2022: Acht «GET GOING!»-Beiträge vergeben

Die Ausschreibung für einen «Get Going!»-Beitrag 2022 löste grosses Echo aus. 225 Dossiers aus allen Landesteilen und allen Genres wurden eingereicht. Wir danken allen, die sich mit ihren Ideen manifestiert haben und der Jury die Entscheidung nicht leicht gemacht haben. Am Ende wurden acht Projekte ausgewählt, die die enorme Vielfalt und Lebendigkeit der aktuellen Schweizer Musikszene wunderbar widerspiegeln. 



Die Empfänger:innen eines «Get Going!»-Beitrages 2022 in der Höhe von CHF 25’000.- sind:

KETY FUSCO

Kety_Fusco Foto by ©Sebastiano Piattini


Die Tessiner Harfenvirtuosin hat sich einen Namen gemacht mit ihren genre-übergreifenden Kompositionen, in denen sie stets aufs Neue die Möglichkeiten ihres Instrumentes auslotet und erweitert. Der «Get Going!»-Beitrag ermöglicht es ihr nun, an der Entwicklung eines Zusatzelementes für die akustische Harfe zu forschen. Mit dieser Erweiterung sollen die Grenzen des klanglichen Spektrums der Harfe überwunden werden. Damit werden neue Spielräume geschaffen für die Erweiterung der Harfe hin zu einer neuen hybriden Instrumentensprache.
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HASAN NAKHLEH (TootArd)

Hasan Nakhleh Foto by ©Jenan Shaker


Der Berner Hasan Nakhleh verfolgt mit seinem Projekt TootArd zwei Ziele: Zum einen experimentiert er mit den vielfältigen Möglichkeiten im Bereich der Rhythmen und des Tunings, zum anderen will er mit seinen Global Grooves und den arabischen Texten die Menschen auf den Tanzflächen dieser Welt zusammenführen. Der «Get Going!»-Beitrag ermöglicht es ihm nun, sich für das vierte TootArd-Album genügend Zeit zu nehmen, um seinen Sound weiterzuentwickeln. Unter anderen will er analoge und digitale Synthesizer mit Vierteltönen in unterschiedlichen Tonleitern neu programmieren.
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LOUIS JUCKER

Louis Jucker Foto by ©Augustin Rebetez


Singer/Songwriter Louis Jucker aus La Chaux-de-Fonds hat sich in den letzten Jahren einen völlig eigenständigen Kosmos erschaffen. Mit seinen sparsam intonierten, experimentellen Songs schafft er einen wohltuenden Anachronismus inmitten eines von Hektik getriebenen Alltags. Der «Get Going!»-Beitrag unterstützt ihn nun bei einem mehrjährigen Projekt, an dessen Ende der Bau einer Aufnahmemaschine steht, die ohne den Einsatz von Elektrizität funktionieren soll. Ziel ist es, auf den Zustand der Welt zu reagieren, indem lokale und handwerklich beherrschbare Produktionsmittel für Musik geschaffen werden sollen.
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CÉGIU

Cégiu Foto by ©Gian Marco Castelberg


Die Luzerner Musikerin, Produzentin und Komponistin Céline-Giulia Voser veröffentlichte bislang drei Soloalben als Cégiu, auf denen sie sich stets mit dem Erforschen neuer klanglicher und kompositorischer Wege befasst hat. Den «Get Going!»-Beitrag nutzt sie, um sich für ihr neues Werk «Coiled Continuum» eingehend mit der Thematik der psychoakustischen Wahrnehmung zu befassen. Ziel ist es, nicht nur Musik zu schaffen, die je nach Ort, Umfeld und Zeit anders klingt, sondern auch durch Schallmanipulation in den Hörer:innen ganz individuelle Empfindungen auszulösen imstande ist.
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SIMONE FELBER

Simone Felber Foto by ©Christian Felber


Die Luzerner Sängerin Simone Felber ist mit ihren Projekten «Simone Felbers Iheimisch», «hedi drescht» und «famm» eine der Hauptprotagonistinnen der Neuen Schweizer Volksmusik. Ihre musikalische Heimat ist der Grenzbereich zwischen Tradition und Moderne, zwischen klassischem Studium und ungehörter Innovation. In den letzten Jahren sah sich Felber durch den Verlust geliebter Menschen gezwungen, sich regelmässig mit dem Tod auseinanderzusetzen. Mit dem «Get Going!»-Beitrag kann sie sich nun eingehend mit ihrem Projekt befassen, der den klassischen Totentanz dem traditionellen Volksmusiktanz entgegenstellt. Ziel ist es einen eigenen Totentanz zu erschaffen, der in der Leichtigkeit des Tanzes eine neue Sicht auf den Tod erlaubt.
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MARIO BATKOVIC

Mario Batkovic Foto by ©Rob Lewis


Mario Batkovic gehört zu den virtuosesten und international bekanntesten Schweizer Komponisten und Musiker. Der Berner Akkordeonist ist an zahlreichen Projekten beteiligt, baut innovative Instrumente und experimentiert unentwegt im Spannungsfeld von Pop, Rock und zeitgenössischer Musik. Um neue Klangräume zu erkunden und zu erschaffen, sind unentwegtes Forschen, Entwickeln, Komponieren und Ausprobieren zentral für seine Arbeit. Dank des «Get Going!»-Beitrages erhält Mario Batkovic nun einen der wichtigsten Faktoren für die Kreativität geschenkt: Zeit!
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JUL DILLIER
(Jul Dillier / Flora Geiẞelbrecht / Bernhard Hadriga)

J. Dillier, F. Geißelbrecht, B. Hadriga Foto by ©Maria-Frodl


Der Obwaldner Jul Dillier bezeichnet sich selbst treffend als Klangwerker und Schalldichter. Der studierte Pianist und Perkussionist arbeitet an zahlreichen Projekten zwischen Jazz, Improvisation, Theater- und Hörspielmusik, Text, Performance und Klangkunst. Mit Hilfe des «Get Going!»-Beitrags soll nun «Ei Gen Klang» entstehen, eine einstündige, multisensorische Performance aus Klängen, Worten, Bildern und Geschmäckern, die dem Ursprung auf die Spur kommen will. Dies in Zusammenarbeit mit der Bratschistin, Vokalistin und Texterin Flora Geißelbrecht, sowie dem Gitarristen, Videokünstler und studierten Genetiker Bernhard Hadriga.
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KALEIDOSCOPE STRING QUARTET

Kaleidoscope String Quartet Foto by ©Benedek Horváth


Das Kaleidoscope String Quartet verweigert sich dem Korsett der klassischen Kammermusik und hat in den letzten Jahren in viele Richtungen Grenzüberschreitungen gewagt und damit auch an den unterschiedlichsten Festivals aufhorchen lassen (u.a. Cully Jazz, Murten Classics). Die Pandemie unterbrach ihr neustes Projekt «Five», das nun dank dem «Get Going!»-Beitrag wieder Fahrt aufnehmen kann. Mit den Bandoneon-Spieler Michael Zisman ist nicht nur ein fünftes Mitglied hinzugekommen, mit dem man sich weiter auf unerforschtem Gelände bewegen möchte. Mit dem neuen Bratschisten Vincent Brunel ist auch eine gewichtige personelle Änderung vollzogen worden, mit der sich «Five» fliessend anhand neuer kompositorischer Entwicklungen in ein Folgeprojekt verwandeln soll.
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