Archiv der Kategorie: «Get Going!»

«Get Going!» 2025|Die Begünstigten

Seit 2018 vergibt die FONDATION SUISA mit «Get Going!» Werkbeiträge an Musikschaffende, die an einem künstlerischen Wendepunkt stehen und Zeit, Freiheit und Risiko für ihren nächsten Schritt brauchen. Das Programm unterstützt jährlich Projekte mit je 25’000 Franken, bei denen nicht ein fertiges Produkt im Zentrum steht, sondern der Prozess: Recherche, Entwicklung, Neuorientierung. 2025 zeichnete die Jury acht Vorhaben aus, die mit Mut, künstlerischer Eigenständigkeit und gesellschaftlicher Relevanz auffallen.

Herzliche Gratulation an die acht Empfänger*innen!

RAPHAEL LOHER & PHILIPP SCHLOTTER | Well Tuned Pianos

Raphael Loher|Foto ©Philip Frowein
Philipp Schlotter|Foto ©Jeremie Luke


Die Pianisten und Komponisten Raphael Loher und Philipp Schlotter sind seit Jahren als vielseitige Musiker in der Schweizer Szene unterwegs – zwischen experimenteller Elektronik, Ambient, Improvisation und Bandprojekten.​

Mit «Well Tuned Pianos» nehmen sie etwas scheinbar Selbstverständliches auseinander: die Stimmung des Klaviers. Statt bei der üblichen westlichen Stimmung zu bleiben, tauchen sie in andere Tonsysteme ein, wie man sie etwa aus der Gamelan-Musik kennt, wo Instrumente bewusst gegeneinander verstimmt werden und so ein vibrierender, schimmernder Klang entsteht. Mit zwei transportablen Klavieren, die pro Ton nur eine Saite besitzen, erforschen sie verschiedene Stimmungen. Zusätzlich zu den Stimmungen wird das Obertonspektrum mit Präparation angereichert. Durch Improvisieren und Experimentieren wollen sie eigene Stimmungen kreieren und diese in eine neue, gemeinsame Spielpraxis und musikalische Sprache transformieren.

Die Jury lobte den experimentellen Ansatz aus der zeitgenössischen Musik im neuen Kontext sowie den Mut, eine bestehende Duo-Arbeit radikal zu vertiefen, statt nur ein weiteres Album zu planen.

raphaelloher.com
instagram.com/philippbenjaminschlotter


COCO SCHWARZ | Echoes of Extinction

Coco Schwarz | Photo ©schwarzcoco


Coco Schwarz ist Klangkünstler*in und Musiker*in mit Wurzeln in der internationalen Klassik und einem heutigem Schwerpunkt auf elektroakustischer, experimenteller und ambienter Musik.​

Mit «Echoes of Extinction» rückt Schwarz Tierarten in den Fokus, die in der Schweiz kurz vor dem Verschwinden stehen – oft unbemerkt, aber akustisch allgegenwärtig. In Biosphären und Archiven werden Geräusche gesammelt, mit Biolog*innen und Ökolog*innen gearbeitet und das Material elektroakustisch transformiert, sodass Quaken, Rascheln und Rufe bedrohter Tiere in dichte Klanglandschaften überführt werden. Ziel ist kein naturgetreues Audio-Archiv, sondern ein sinnlicher, politischer Raum, in dem Verlust und Transformation hörbar werden. Schwarz versteht Klang dabei als Medium ökologischer Erinnerung und als aktives künstlerisches Handeln.

Die Jury sprach von einem Gesamtkunstwerk aus mehreren Disziplinen und hob hervor, wie konsequent Field Recordings, Öko-Klangforschung und Elektronik mit einem gesellschaftspolitisch relevanten Thema verbunden werden – als vertiefende Weiterführung eines bereits wichtigen Arbeitsschwerpunktes.

coco-schwarz.ch


SIMONE AUBERT | Projets 26/27

Simone Aubert|Foto©kliokra


Simone Aubert ist Gitarristin, Schlagzeugerin, Sängerin, Komponistin und multidisziplinäre Künstlerin und bewegt sich seit über zwanzig Jahren in einer «unklassifizierbaren» Musiklandschaft zwischen Pop, Punk, Elektronik, Folk, Rock, Experiment und zeitgenössischer Musik.​

Mit «projets 26/27» möchte sie nach über 1100 Konzerten auf fünf Kontinenten ihre vielen Aktivitäten neu ordnen und gezielter weiterentwickeln. Geplant sind das dritte Album ihres Projekts «Tout Bleu» mit internationalen Tourneen, ein Soloalbum sowie ein neues Post-Punk-Trio. Dafür baut sie den Verein «Phasma» aus, der sich um Administration, Planung und Koordination ihrer Tätigkeiten kümmert – damit sie mehr Zeit für Musik, Komposition und Proben hat. Heute möchte Simone Aubert dem kreativen Prozess mehr Raum und Bedeutung geben, sowohl für sich selbst als auch für die Musiker*innen in ihrem Umfeld, als der Vervielfachung von Konzerten, um mehr Forschungsresidenzen und Zeit für das Komponieren zu ermöglichen, unter fairen Arbeitsbedingungen für alle Beteiligten.

Die Jury betonte die Vielseitigkeit ihrer Karriere, ihre ganz eigene Klangsprache und die enorme Dichte an Konzerten und Schaffen, die nun in einer konsolidierten Struktur weiterentwickelt werden soll.

simoneaubert.ch


CAMILLA SPARKSSS | Explore Sound Frequencies for Healing

Camilla Sparksss | Foto ©roger.weiss


Camilla Sparksss ist das Alias der schweizerisch-kanadischen Musikerin Barbara Lehnhoff, Mitbegründerin der Indie-Band Peter Kernel und des Labels On The Camper Records. Als Live-Künstlerin ist sie bekannt für energiegeladene Performances zwischen Experiment, Elektronik, Dark Wave und Punk.

Im Projekt «Explore sound frequencies for healing» kehrt sie ihre bisherige Bühnenenergie um: Statt maximale Lautstärke und Adrenalin stehen Frequenzen, Schwingungen und Klangräume im Zentrum, die beruhigen, entschleunigen und eine Art meditative Intensität erzeugen sollen. Sie untersucht, wie sich ihr radikaler Sound in eine Praxis verwandeln lässt, die auf körperliche und psychische Wirkung zielt – eine Art Labor für heilende, aber keineswegs zahme elektronische Musik. 

Die Jury sprach von einem «Punk-Spin-off», das auf hohem künstlerischem Niveau und mit grossem Leistungsausweis stattfindet, und würdigte die internationale Karriere, für die nun bewusster Raum für Input, Forschung und Neuausrichtung geschaffen werden soll.

camillasparksss.com


KNOBIL | Knobil Large Ensemble

Louise Knobil | Photo ©pierredaendliker


KNOBIL (Louise Knobil) ist Kontrabassistin, Sängerin und Komponistin und verbindet Jazz, Punk, französischen Chanson und eine sehr persönliche, humorvolle Erzählhaltung zu einer eigenen musikalischen Welt.​

Mit dem «KNOBIL large ensemble» baut sie ihr bisheriges Trio zu einem Sextett mit Bläsern, Gitarre, Rhythmusgruppe und einer bewusst mehrheitlich FLINTA*-Besetzung aus. Im neuen Repertoire geht es um freie Liebe, patriarchale Gewalt, ADHS, psychische Gesundheit oder «Pick-me» – also Themen, die man sonst eher in Essays oder Kommentarspalten vermutet, hier aber als dicht orchestriertes Jazz-Punk-Chanson mit viel Bühnenenergie verhandelt werden. «Get Going!» ermöglicht ihr, die Kompositionen und Arrangements in einer intensiven Solo-Residenz zu erarbeiten, Proben zu finanzieren und das Grossensemble als spielfertiges Projekt für Bühnen in der Schweiz und im Ausland zu etablieren. 

Die Jury bezeichnete sie als «mega talentierte junge Musikerin» mit steilem Karriereaufwärtstrend und würdigte den Mut, ein anspruchsvolles Grossprojekt zu realisieren, das Tempo und Rastlosigkeit in künstlerische Verdichtung überführt.

knobil-music.com


LUM | Développement du projet LUM

LUM | Foto @jonnylabusch


LUM ist eine 23-jährige Pop-, Rap- und Reggaeton-Künstlerin mit Schweizer, französischen und spanischen Wurzeln. Sie pendelt zwischen Lausanne und Zürich und schreibt Songs auf Französisch und Spanisch, in denen sich Rap und Gesang mischen.

Mit «Développement du projet LUM» will sie die aktuelle Dynamik – ein viraler Freestyle in sieben Sprachen mit fast drei Millionen Views und zahlreiche Konzerte – in ein langfristiges Projekt überführen. Diese Entwicklung umfasst die Vergrösserung ihres Heimstudios, die Verbesserung ihrer Produktionsmittel und die Zusammenarbeit mit externen Produzent*innen, um sich eine grosse künstlerische Freiheit zu bewahren. Gleichzeitig möchte LUM ihr visuelles Universum und ihre Bühnenpräsenz verfeinern, damit Musik, Bilder, Texte und Energie dieselbe Geschichte erzählen. Ihre politische Botschaft, insbesondere ihre Positionierung als Gegengewicht zu einer noch immer weitgehend von Männern dominierten Rap-Szene, nimmt einen zentralen Platz in ihrem künstlerischen Schaffen ein. Schliesslich plant LUM für 2026-2027 die Umsetzung eines Grossprojekts (EP, Album, …) mit dem Ziel, ihr musikalisches Universum parallel zur Bühne weiterzuentwickeln und ihr gesamtes künstlerisches Projekt in einer starken und ausgereiften Vision zu vereinen.

Die Jury hob ihre starke Persönlichkeit, ihre politischen Inhalte und ihre Rolle als mehrsprachige Künstlerin hervor. Sie bringt verschiedene Sprachregionen der Schweiz zusammen und setzt in der männerdominierten Rapszene einen wichtigen Kontrapunkt.

instagram.com/lumakesounds


ANUK SCHMELCHER | Recherchephase für neue Musik

Anuk Schmelcher | Foto ©AnukSchmelcher


Anuk Schmelcher ist Musikerin, Produzentin und Klangkünstlerin aus der Schweiz, die ihre Musik selbst schreibt, einspielt und produziert und dabei konsequent eine eigenständige Produzentinnen-Praxis mit klarem Fokus auf den Studio- und Produktionsprozess verfolgt.

Mit der Veröffentlichung ihres Debütalbums «Something Else» (Self-Release, 2025) richtet sie den Blick nach vorne. Der «Get Going!»-Beitrag unterstützt eine Phase der künstlerischen Weiterentwicklung, in der der Fokus klar auf dem Produzieren und Schreiben neuer Musik liegt. Anuk Schmelcher vertieft ihre Arbeit mit klassischen Instrumenten wie Drums, Synthesizer, Gitarre und Bass und entwickelt neue Ansätze im Recording und Sound Design, um ihr Klangbild weiter zu schärfen. Gleichzeitig eröffnet der Beitrag den nötigen Freiraum, unterschiedliche Formate auszuprobieren und herauszufinden, wie ihr Projekt künftig seinen Weg zum Publikum findet – ohne unmittelbaren Erwartungs- oder Verwertungsdruck. 

Die Jury lobte die berührende Musik und würdigte die hohe Qualität der Produktion, die klare künstlerische Haltung und den konsequenten Fokus auf die Arbeit im Studio. Sie betonte, wie wichtig es ist, Produzentinnen Sichtbarkeit, Zeit und finanzielle Mittel zu geben, um ihre Praxis nachhaltig weiterzuentwickeln und eigenständige künstlerische Positionen zu stärken.

instagram.com/anuk.shl/


MARC MÉAN | L’orgue comme voyage de découverte

Marc Méan|Foto ©Jonas Ruther


Marc Méan ist ein in Vevey geborener, in Zürich lebender Jazzpianist und Komponist, der mit seinem Trio Fields ebenso arbeitet wie in hybriden Soloformaten, in denen Klavier oder Orgel mit Elektronik, Loops und Echtzeitbearbeitung verschmelzen.​

In «L’orgue comme voyage de découverte» widmet er sich der Orgel als Instrument zwischen Tradition und Experiment. Ausgehend von den Improvisationen seines Albums «Rituals», das in einer Kirche in Lausanne entstand, setzt er seine Arbeit nun an den Orgeln des Friedhofs Sihlfeld in Zürich fort, wo die Instrumente eng mit den Themen Leben, Tod und Erinnerung verbunden sind. Dort entwickelt er ein Live-Set, in dem Orgelklänge mit granularer Synthese, Loops und elektronischer Bearbeitung verflochten werden – ohne in klassische oder rein religiöse Musik abzurutschen. «Get Going!» ermöglicht ihm, diese verstreuten Experimente zu bündeln, eine performative Form zu entwickeln und die Grundlage für ein neues Soloalbum zu schaffen. 

Die Jury bezeichnete das Vorhaben als spannendes Projekt mit starker Musik, das bestehende Arbeiten vertieft und einen Jazzpianisten auf ungewohnten, experimentellen Wegen zeigt.

marcmean.com

Marco von Orelli | «Get Going!» 2024

«Get Going!»Porträtserie 2024  

Marco von Orelli ⎥ Foto ⓒSascha Gregori


Der Basler Komponist und Trompeter Marco von Orelli ist seit Jahren eine feste Grösse der Schweizer Jazzszene. In seiner künstlerischen Arbeit bewegt er sich im Spannungsfeld zwischen Improvisation und Komposition. Zahlreiche Aufnahmen zeugen von seiner kreativen Arbeit, sei dies Solo, mit der Basel Sinfonietta oder mit Bands wie Big Bold Back Bone, Lotus Crash oder dem Root Down Orchestra. In seinem aktuellen Projekt «Leben» befasst sich von Orelli mit der klimatischen Entwicklung und den daraus resultierenden Konsequenzen auf die Natur. Stimmungen und Energie bestimmter Orte in der freien Natur will von Orelli nutzen, um einen kreativen Kompositionsprozess anzuregen. Dies soll etwa anhand von «field recordings» und Unterwasseraufnahmen geschehen. Dank des «Get Going!»-Beitrags ist nicht nur die Anstossfinanzierung zur Erarbeitung dieses Projektes gesichert, sondern auch sein Ziel: «Leben» soll schliesslich in einer multidisziplinären Performance aus Musik und Tanz an ausgewählten Orten in der Natur zur Aufführung kommen.
marcovonorelli.ch


Seit 2018 existiert «Get Going!» als Förderangebot der FONDATION SUISA. Mit dieser neuen Form eines Werkbeitrages werden kreative und künstlerische Prozesse finanziell angestossen, die sich ausserhalb der gängigen Kategorien befinden.

Nathalie Froehlich | «Get Going!» 2024

«Get Going!»-Porträtserie 2024 

Nathalie Froehlich ⎥ Foto ⓒAudrey Manfredi


Nathalie Froehlich ist mittlerweile weit über die Schweizer Grenzen hinaus bekannt. Mit ihrem unverkennbaren Stil aus Reggaeton, Baile Funk, experimenteller Musik und Techno verwandelt die Rapperin ihre Auftritte in echte Statements, deren Tragweite weit über den musikalischen Rahmen hinausgeht. Froehlich sieht Kunst auch als Mittel, um klar Stellung zu gesellschaftlichen Herausforderungen zu beziehen – sei dies auf grossen Festivalbühnen oder aber in alternativen Veranstaltungen in besetzten Häusern. Nun will die Lausannerin, die einst über das klassische Klavier zum Jazz und später zur Improvisation fand, ihre musikalische Vision noch stärker mit ihrem sozialen und politischen Engagement verbinden. Der «Get Going!»-Beitrag ermöglicht es Nathalie Fröhlich mehr Zeit in die Entwicklung einer kohärenten künstlerischen Identität zu investieren, indem sie Aufgaben wie Administration und Organisation an Fachleute delegiert und sich mit einem engagierten Team umgibt, das sie unterstützt und ihre Vision trägt.
instagram.com/nathalie_froehlich


Seit 2018 existiert «Get Going!» als Förderangebot der FONDATION SUISA. Mit dieser neuen Form eines Werkbeitrages werden kreative und künstlerische Prozesse finanziell angestossen, die sich ausserhalb der gängigen Kategorien befinden.

Matthias Lincke | «Get Going!» 2024

«Get Going!»Porträtserie 2024 

Matthias Lincke ⎥ Foto ⓒTabea Hüberli


Matthias Lincke ist Geiger und Komponist. In zahlreichen Projekten hat er sich seit Ende der 1990er Jahre mit der Alpenländischen Volksmusik und im Speziellen der Rolle der Geige darin auseinandergesetzt. In Projekten und Formationen wie dem Trio Tobler-Lincke-Tanner, Doppelbock/eCHo, der Landstreichmusik und der Altfrentschen Besetzung hat Lincke mit viel Lust am Experiment der Volksmusik «auf den Zahn gefühlt» und so die Sicht auf die traditionelle Musik mit erfrischenden Perspektiven bereichert. Der «Get Going!»-Beitrag unterstützt den Wahl-Zürcher nun bei der Umsetzung seines aktuellen Projektes «Feldwerk». Darin wird die Kultur der Alpen neu wahrgenommen in ihrer Brüchigkeit, Vergänglichkeit, ja Fremdheit. Mit einer neuen Sensibilität treten die involvierten Musikerinnen und Musiker mit der Überlieferung in Beziehung als respektvolle Neuentdecker eines weitgehend unbekannten Terrains.Vor dem Hintergrund des Zerfalls der Alpen unter neuen klimatischen Bedingungen trägt Matthias Lincke bei zu neuen Sichtweisen auf die Kultur der Alpen zwischen Heimatbegriff und Globalisierung.
matthiaslincke.ch


Seit 2018 existiert «Get Going!» als Förderangebot der FONDATION SUISA. Mit dieser neuen Form eines Werkbeitrages werden kreative und künstlerische Prozesse finanziell angestossen, die sich ausserhalb der gängigen Kategorien befinden.

NNAVY | «Get Going!» 2024

«Get Going!»-Porträtserie 2024 

NNAVY ⎥ Foto ⓒAnoush Abrar


In den letzten Jahren hat NNAVY – dank ihre einzigartige musikalische Welt aus R’n’B, Soul und Jazz sowie ihrer unverkennbaren Stimme – national und international Erfolge feiern können. Davon zeugen begeisternde Auftritte an Festivals wie dem Montreux Jazz Festival oder bei Jazz à Viennes. Ihre mittlerweile vier EPs wurden zudem über 20 Millionen Mal auf Spotify gestreamt. Nun will NNAVY ihr kreatives Universum erweitern, indem sie neue musikalische und visuelle Ansätze erforscht. Durch interdisziplinären Kooperationen mit Produzenten, Songwritern und visuellen Designern möchte sie ihre künstlerische Identität weiterentwickeln und festigen. Auf der Suche nach einer einzigartigen Ästhetik, die mit ihrer künstlerischen Vision in Einklang steht, plant sie, durch Reisen neue Einflüsse einzubringen und ihre Arbeit zu bereichern. Im Austausch mit Künstlern:innen mit unterschiedlichen Visionen und Sensibilitäten sieht NNAVY ein enormes kreatives Potenzial. Der Beitrag «Get Going!» unterstützt diesen Ansatz und bietet ihr einen Freiraum für ihre künstlerische Arbeit.
nnavymusic.com


Seit 2018 existiert «Get Going!» als Förderangebot der FONDATION SUISA. Mit dieser neuen Form eines Werkbeitrages werden kreative und künstlerische Prozesse finanziell angestossen, die sich ausserhalb der gängigen Kategorien befinden.

«Get Going!» 2024|Die Begünstigten

Die Ausschreibung 2024 für einen «Get Going!»-Beitrag löste dieses Jahr wieder grosses Echo aus. Über 250 Dossiers aus allen Landesteilen und allen Genres wurden eingereicht und unserer Fachjury vorgelegt. Nach Sichtung aller Dossiers hat sich die Fachjury entschieden, folgende Musikerinnen und Musiker für ihre künstlerischen Visionen mit einem «Get Going!»-Beitrag in der Höhe von je CHF 25’000.- zu unterstützen. Herzliche Gratulation an die acht Empfänger*innen!

SAMI GALBI

Sami Galbi ⎥ Foto ⓒMohamed Jeddi


Der in Lausanne geborene Musiker, Sänger und Produzent Sami Galbi ist in der einheimischen Szene kein Unbekannter: Zunächst als Sänger, Komponist und Bassist der Band El Mizan, arbeitet er nun immer häufiger mit anderen Künstlern zusammen und nimmt an Residenzen und Austauschprogrammen im Ausland teil. Heute profiliert er sich zunehmend als Solokünstler — darunter ein im 2024 vielbeachteter Auftritt am Paléo Festival in Nyon und der Gewinn des «Demotape Clinic»-Preises im Rahmen von M4Music. Während einer von der Pro Helvetia ermöglichten Residenz in Marokko nahm sein Projekt «Sami Galbi» konkrete Formen an, mit dem Galbi die Musik seiner Kindheit, den traditionellen Raï, mithilfe analoger Maschinen und seiner Gitarre in die klangliche Gegenwart des 21. Jahrhunderts übersetzen will. Der «Get Going!»-Beitrag ermöglicht es ihm nun, das Projekt 2025 weiterzuentwickeln. So soll im Frühjahr auf dem Genfer Label Bongo Joe Records ein erstes Album veröffentlicht werden. Parallel dazu wird Galbi mit einer Trio-Liveband auf einer Konzerttournee seine klanglichen Visionen weiter vorantreiben.
instagram.com/sami.galbi


ELIE ZOÉ

elie zoé ⎥ Foto ⓒLea Kunz


elie zoé (vormals Emilie Zoé) komponiert und spielt seine Musik seit mehr als zehn Jahren live im kreativen Umfeld vom La Chaux-de-Fonds ansässigen Label Humus Records. Für die Aufnahmen seines nächsten Albums, das im Herbst 2025 erscheinen soll, arbeitete er mit seinem Bandkollegen Louis Jucker in ihrem neuen Studio, das sie gemeinsam aus Altmaterial errichtet haben. Im Mittelpunkt von zoé’s Arbeit steht die Entwicklung einer neuen Art und Weise, Musik für alle Lebewesen auf unserem Planeten auf eine sanfte Weise zu komponieren und zu verbreiten. Neben dem recycelten Studio wird eine umweltfreundliche „Slow Tour“ die Aufenthalte an den Konzertorten auf mehrere Tage ausdehnen. Das Ziel ist natürlich, die Reisen zu begrenzen und zu optimieren, aber auch eine bessere Verbindung zu den Menschen vor Ort aufzubauen. Der «Get Going!»-Beitrag wird es ihm ermöglichen, an neuen Kompositionen zu arbeiten und diese in Zusammenarbeit mit örtlichen Amateurchören an denselben Orten aufzuführen.
www.eliezoe.com


SILVIO BUCHMEIER

Silvio Buchmeier ⎥ Foto ⓒLivia Eichenberger


Silvio Buchmeier ist Komponist und Musiktechnologe und lebt und arbeitet in Los Angeles und Zürich. Mit seinem Fachwissen im Bereich Orchestrierung hat er zahlreiche Hollywood-Produktionen massgeblich geprägt und war bei Videospiel-Projekten wie «Dead Space» oder dem Sommer Blockbuster «The Flash» entscheidend beteiligt. In der Schweiz ist Buchmeier bekannt durch seine Komposition des Grundthemas von SRF Virus oder seine musikalische Gestaltung der immersiven Ausstellung «Viva Frida Kahlo». Als Technologe interessiert sich Buchmeier für die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz. Er möchte KI nutzen, um traditionelle akustische und elektronische Instrumente klanglich zu erweitern. Der «Get Going!»-Beitrag ermöglicht Buchmeier nun, die Zusammenarbeit mit Forschern zu vertiefen und ein entsprechendes KI-Modell zu entwickeln – mit Anwendungsmöglichkeiten sowohl in der Filmmusik wie auch bei Live-Auftritten.
www.silvio-buchmeier.ch


BABY VOLCANO

Baby Volcano ⎥ Foto ⓒAugustin Rebetez


Baby Volcano, mit bürgerlichem Namen Lorena Stadelmann, verbindet gekonnt Elektro- und Popsounds mit experimentellen Klängen und theatralischen Einflüssen. Die talentierte jurassische Künstlerin studierte zeitgenössischen Tanz, Theater und Performance in Buenos Aires und formte so ihre künstlerische Identität. Mit ihrer ersten EP „Síndrome Premenstrual“ trat sie 2021 an ein breites Publikum heran. Mit dem Beitrag «Get Going!» möchte Baby Volcano neue Dimensionen in ihrer interdisziplinären Arbeit erkunden, ihre Fähigkeiten in der Musikproduktion vertiefen und innovative Strategien entwickeln, um ihre Medienpräsenz zu erhöhen. Darüber hinaus ermöglicht der Beitrag den Aufbau eines Teams aus Kostümbildnern, Bühnenbildnern und Choreografen für zukünftige Produktionen.
instagram.com/babyvolcano


NNAVY

NNAVY ⎥ Foto ⓒAnoush Abrar


In den letzten Jahren hat NNAVY – dank ihre einzigartige musikalische Welt aus R’n’B, Soul und Jazz sowie ihrer unverkennbaren Stimme – national und international Erfolge feiern können. Davon zeugen begeisternde Auftritte an Festivals wie dem Montreux Jazz Festival oder bei Jazz à Viennes. Ihre mittlerweile vier EPs wurden zudem über 20 Millionen Mal auf Spotify gestreamt. Nun will NNAVY ihr kreatives Universum erweitern, indem sie neue musikalische und visuelle Ansätze erforscht. Durch interdisziplinären Kooperationen mit Produzenten, Songwritern und visuellen Designern möchte sie ihre künstlerische Identität weiterentwickeln und festigen. Auf der Suche nach einer einzigartigen Ästhetik, die mit ihrer künstlerischen Vision in Einklang steht, plant sie, durch Reisen neue Einflüsse einzubringen und ihre Arbeit zu bereichern. Im Austausch mit Künstlern:innen mit unterschiedlichen Visionen und Sensibilitäten sieht NNAVY ein enormes kreatives Potenzial. Der Beitrag «Get Going!» unterstützt diesen Ansatz und bietet ihr einen Freiraum für ihre künstlerische Arbeit.
nnavymusic.com


MATTHIAS LINCKE

Matthias Lincke ⎥ Foto ⓒTabea Hüberli


Matthias Lincke ist Geiger und Komponist. In zahlreichen Projekten hat er sich seit Ende der 1990er Jahre mit der Alpenländischen Volksmusik und im Speziellen der Rolle der Geige darin auseinandergesetzt. In Projekten und Formationen wie dem Trio Tobler-Lincke-Tanner, Doppelbock/eCHo, der Landstreichmusik und der Altfrentschen Besetzung hat Lincke mit viel Lust am Experiment der Volksmusik «auf den Zahn gefühlt» und so die Sicht auf die traditionelle Musik mit erfrischenden Perspektiven bereichert. Der «Get Going!»-Beitrag unterstützt den Wahl-Zürcher nun bei der Umsetzung seines aktuellen Projektes «Feldwerk». Darin wird die Kultur der Alpen neu wahrgenommen in ihrer Brüchigkeit, Vergänglichkeit, ja Fremdheit. Mit einer neuen Sensibilität treten die involvierten Musikerinnen und Musiker mit der Überlieferung in Beziehung als respektvolle Neuentdecker eines weitgehend unbekannten Terrains.Vor dem Hintergrund des Zerfalls der Alpen unter neuen klimatischen Bedingungen trägt Matthias Lincke bei zu neuen Sichtweisen auf die Kultur der Alpen zwischen Heimatbegriff und Globalisierung.
matthiaslincke.ch


NATHALIE FROEHLICH

Nathalie Froehlich ⎥ Foto ⓒAudrey Manfredi


Nathalie Froehlich ist mittlerweile weit über die Schweizer Grenzen hinaus bekannt. Mit ihrem unverkennbaren Stil aus Reggaeton, Baile Funk, experimenteller Musik und Techno verwandelt die Rapperin ihre Auftritte in echte Statements, deren Tragweite weit über den musikalischen Rahmen hinausgeht. Froehlich sieht Kunst auch als Mittel, um klar Stellung zu gesellschaftlichen Herausforderungen zu beziehen – sei dies auf grossen Festivalbühnen oder aber in alternativen Veranstaltungen in besetzten Häusern. Nun will die Lausannerin, die einst über das klassische Klavier zum Jazz und später zur Improvisation fand, ihre musikalische Vision noch stärker mit ihrem sozialen und politischen Engagement verbinden. Der «Get Going!»-Beitrag ermöglicht es Nathalie Fröhlich mehr Zeit in die Entwicklung einer kohärenten künstlerischen Identität zu investieren, indem sie Aufgaben wie Administration und Organisation an Fachleute delegiert und sich mit einem engagierten Team umgibt, das sie unterstützt und ihre Vision trägt.
instagram.com/nathalie_froehlich


MARCO VON ORELLI

Marco von Orelli ⎥ Foto ⓒSascha Gregori


Der Basler Komponist und Trompeter Marco von Orelli ist seit Jahren eine feste Grösse der Schweizer Jazzszene. In seiner künstlerischen Arbeit bewegt er sich im Spannungsfeld zwischen Improvisation und Komposition. Zahlreiche Aufnahmen zeugen von seiner kreativen Arbeit, sei dies Solo, mit der Basel Sinfonietta oder mit Bands wie Big Bold Back Bone, Lotus Crash oder dem Root Down Orchestra. In seinem aktuellen Projekt «Leben» befasst sich von Orelli mit der klimatischen Entwicklung und den daraus resultierenden Konsequenzen auf die Natur. Stimmungen und Energie bestimmter Orte in der freien Natur will von Orelli nutzen, um einen kreativen Kompositionsprozess anzuregen. Dies soll etwa anhand von «field recordings» und Unterwasseraufnahmen geschehen. Dank des «Get Going!»-Beitrags ist nicht nur die Anstossfinanzierung zur Erarbeitung dieses Projektes gesichert, sondern auch sein Ziel: «Leben» soll schliesslich in einer multidisziplinären Performance aus Musik und Tanz an ausgewählten Orten in der Natur zur Aufführung kommen.
marcovonorelli.ch

Silvio Buchmeier | «Get Going!» 2024

«Get Going!»-Porträtserie 2024 

Silvio Buchmeier ⎥ Foto ⓒLivia Eichenberger


Silvio Buchmeier ist Komponist und Musiktechnologe und lebt und arbeitet in Los Angeles und Zürich. Mit seinem Fachwissen im Bereich Orchestrierung hat er zahlreiche Hollywood-Produktionen massgeblich geprägt und war bei Videospiel-Projekten wie «Dead Space» oder dem Sommer Blockbuster «The Flash» entscheidend beteiligt. In der Schweiz ist Buchmeier bekannt durch seine Komposition des Grundthemas von SRF Virus oder seine musikalische Gestaltung der immersiven Ausstellung «Viva Frida Kahlo». Als Technologe interessiert sich Buchmeier für die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz. Er möchte KI nutzen, um traditionelle akustische und elektronische Instrumente klanglich zu erweitern. Der «Get Going!»-Beitrag ermöglicht Buchmeier nun, die Zusammenarbeit mit Forschern zu vertiefen und ein entsprechendes KI-Modell zu entwickeln – mit Anwendungsmöglichkeiten sowohl in der Filmmusik wie auch bei Live-Auftritten.
www.silvio-buchmeier.ch


Seit 2018 existiert «Get Going!» als Förderangebot der FONDATION SUISA. Mit dieser neuen Form eines Werkbeitrages werden kreative und künstlerische Prozesse finanziell angestossen, die sich ausserhalb der gängigen Kategorien befinden.

Baby Volcano | «Get Going!» 2024

«Get Going!»-Porträtserie 2024 

Baby Volcano ⎥ Foto ⓒAugustin Rebetez


Baby Volcano, mit bürgerlichem Namen Lorena Stadelmann, verbindet gekonnt Elektro- und Popsounds mit experimentellen Klängen und theatralischen Einflüssen. Die talentierte jurassische Künstlerin studierte zeitgenössischen Tanz, Theater und Performance in Buenos Aires und formte so ihre künstlerische Identität. Mit ihrer ersten EP „Síndrome Premenstrual“ trat sie 2021 an ein breites Publikum heran. Mit dem Beitrag «Get Going!» möchte Baby Volcano neue Dimensionen in ihrer interdisziplinären Arbeit erkunden, ihre Fähigkeiten in der Musikproduktion vertiefen und innovative Strategien entwickeln, um ihre Medienpräsenz zu erhöhen. Darüber hinaus ermöglicht der Beitrag den Aufbau eines Teams aus Kostümbildnern, Bühnenbildnern und Choreografen für zukünftige Produktionen.
instagram.com/babyvolcano


Seit 2018 existiert «Get Going!» als Förderangebot der FONDATION SUISA. Mit dieser neuen Form eines Werkbeitrages werden kreative und künstlerische Prozesse finanziell angestossen, die sich ausserhalb der gängigen Kategorien befinden.

Elie zoé | «Get Going!» 2024

«Get Going!»-Porträtserie 2024 

Elie zoé ⎥ Foto ⓒLea Kunz


Elie zoé (vormals Emilie Zoé) komponiert und spielt seine Musik seit mehr als zehn Jahren live im kreativen Umfeld vom La Chaux-de-Fonds ansässigen Label Humus Records. Für die Aufnahmen seines nächsten Albums, das im Herbst 2025 erscheinen soll, arbeitete er mit seinem Bandkollegen Louis Jucker in ihrem neuen Studio, das sie gemeinsam aus Altmaterial errichtet haben. Im Mittelpunkt von zoé’s Arbeit steht die Entwicklung einer neuen Art und Weise, Musik für alle Lebewesen auf unserem Planeten auf eine sanfte Weise zu komponieren und zu verbreiten. Neben dem recycelten Studio wird eine umweltfreundliche „Slow Tour“ die Aufenthalte an den Konzertorten auf mehrere Tage ausdehnen. Das Ziel ist natürlich, die Reisen zu begrenzen und zu optimieren, aber auch eine bessere Verbindung zu den Menschen vor Ort aufzubauen. Der «Get Going!»-Beitrag wird es ihm ermöglichen, an neuen Kompositionen zu arbeiten und diese in Zusammenarbeit mit örtlichen Amateurchören an denselben Orten aufzuführen.
www.eliezoe.com


Seit 2018 existiert «Get Going!» als Förderangebot der FONDATION SUISA. Mit dieser neuen Form eines Werkbeitrages werden kreative und künstlerische Prozesse finanziell angestossen, die sich ausserhalb der gängigen Kategorien befinden.

Sami Galbi | «Get Going!» 2024

«Get Going!»-Porträtserie 2024 

Sami Galbi ⎥ Foto ⓒMohamed Jeddi


Der in Lausanne geborene Musiker, Sänger und Produzent Sami Galbi ist in der einheimischen Szene kein Unbekannter: Zunächst als Sänger, Komponist und Bassist der Band El Mizan, arbeitet er nun immer häufiger mit anderen Künstlern zusammen und nimmt an Residenzen und Austauschprogrammen im Ausland teil. Heute profiliert er sich zunehmend als Solokünstler — darunter ein im 2024 vielbeachteter Auftritt am Paléo Festival in Nyon und der Gewinn des «Demotape Clinic»-Preises im Rahmen von M4Music. Während einer von der Pro Helvetia ermöglichten Residenz in Marokko nahm sein Projekt «Sami Galbi» konkrete Formen an, mit dem Galbi die Musik seiner Kindheit, den traditionellen Raï, mithilfe analoger Maschinen und seiner Gitarre in die klangliche Gegenwart des 21. Jahrhunderts übersetzen will. Der «Get Going!»-Beitrag ermöglicht es ihm nun, das Projekt 2025 weiterzuentwickeln. So soll im Frühjahr auf dem Genfer Label Bongo Joe Records ein erstes Album veröffentlicht werden. Parallel dazu wird Galbi mit einer Trio-Liveband auf einer Konzerttournee seine klanglichen Visionen weiter vorantreiben.
instagram.com/sami.galbi


Seit 2018 existiert «Get Going!» als Förderangebot der FONDATION SUISA. Mit dieser neuen Form eines Werkbeitrages werden kreative und künstlerische Prozesse finanziell angestossen, die sich ausserhalb der gängigen Kategorien befinden.